31.03.2015 (AZ) Lernen und dabei Spaß haben

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Verfasst am: 31.03.2015

Bericht aus der Allgemeinen Zeitung, Mainz vom 31.03.2015

An der Montessori-Schule in Heidesheim tüfteln Schüler an einem Fahrzeug, das bei einem Nasa-Wettbewerb starten wird

HEIDESHEIM – Zum Mond fliegen wollen die Schüler der Montessorischule in Heidesheim vorerst zwar noch nicht, ein Faible für die Luft- und Raumfahrt indes haben einige der Grundschüler bereits entwickelt. In der “Moonbuggy”-AG der Schule tüfteln die Nachwuchs-Ingenieure seit Monaten an einer Art “Mondfahrzeug”, das im April beim “Moonbuggy Race” der Nasa in den USA an den Start gehen soll. Zu dem internationalen Team, das nach Huntsville/Alabama reisen wird, zählen auch zwei AG-Mitglieder der Heidesheimer Montessorischule: Lennox Jones (10) und Nurretin Güngör (14).

Tandem mit vier Rädern

Gefahren wird bei dem Wettbewerb der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde mit einer Art vierrädrigem Tandem, das das “International Space Education Institute” (ISEI) in Leipzig der Schule zur Verfügung stellt. Das ISEI ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der Studien- und Berufsorientierung im Ingenieurwesen und in der Luft- und Raumfahrt. Im letzten Sommer hatte Institutsleiter Ralf Heckel das “Moonbuggy”-Projekt in Heidesheim vorgestellt und eine Schülergruppe nach Leipzig eingeladen. Dort konnten die Jungforscher unter anderem die Konstruktionsprinzipien des unorthodoxen “Mondfahrzeugs” kennenlernen, Fahrtrainings absolvieren und sogar selbst Hand anlegen.

“Wir haben Teile für das Moonbuggy gebaut”, erklärt Lennox Jones. “Zum Beispiel für die Sitze.” Und sein Mitschüler Tim (10) berichtet, dass die Gruppe in Leipzig jeden Tag fleißig auf dem “Moonbuggy” trainiert habe. Auch in den AG-Stunden werden regelmäßig Fahrübungen absolviert. Auf der nahegelegenen Kartbahn dürfen die Jungs ihre Runden drehen. Auf diese Weise will sich das Team für das Abenteuer in Huntsville rüsten. Zur Vorbereitung auf den Wettbewerb hatten zwei AG-Mitglieder obendrein im Januar eine Reise nach Moskau unternommen und dort unter anderem die Universität für Luft- und Raumfahrt sowie das “Museum of Cosmonautics” besucht. “Es war ziemlich viel cooles Zeug dort”, fasst Nurretin Güngör seine Eindrücke von der Exkursion zusammen.

Dass es bei dem ungewöhnlichen Projekt nicht nur um Spaß und Spiel geht, betont Anja Israel-Horvath, Geschäftsführerin der Montessorischule. Es passe vielmehr sehr gut ins Konzept der Schule. Getreu dem Grundsatz der Montessoripädagogik, die Welt nicht nur zu verstehen, sondern auch mitzugestalten, eröffne die AG den Schülern die Möglichkeit, kreativ zu werden und selbst Überlegungen anzustellen. “Man braucht dazu sehr viele Kompetenzen”, betont Simona Pöse vom Leitungsteam der Schule. Chemie, Physik, Mathematik und vor allem viel Teamarbeit seien in den AG-Stunden gefragt. Und dass bei dem internationalen Projekt Englisch die Verkehrssprache sei, korrespondiere mit dem bilingualen Ansatz der Montessorischule, die seit August 2012 eine staatlich anerkannte Grund- und Realschule plus in integrativer Form ist.