BMS Schachteam ist Landesmeister

Verfasst am: 13.03.2018

 

Es liest sich wie ein Krimi - der Bericht unseres Lehrers und Schachtrainers Jürgen Giehl von der Rheinland-Pfalz-Schulschachmeisterschaft am 10.3. in Bendorf. Ein Krimi in zwei mal sieben Akten an acht Tischen. Viel Spaß beim Nervenkitzel:

 

Auf zur deutschen Meisterschaft

Wie bereits berichtet, konnten wir uns am 3. Februar die rheinhessische Schulschachmeisterschaft sichern und uns mit 2 Teams für die rheinland-pfälzische Schulschachmeisterschaft qualifizieren. Sehr gelegen kam uns da die Möglichkeit, am hessischen Schulschachturnier „Hibbdebach – Dribbdebach“ am 22.02. in Frankfurt teilzunehmen. Mit einem Neuner-Team nahmen wir am zweitgrößten Turnier dieser Art in ganz Deutschland teil. Unter 24 Schulschachteams gelang unserer Mannschaft mit vier Siegen und einer knappen 3:5 Niederlage gegen den souveränen Sieger ein hervorragenden 2. Platz.

Mit diesem positiven Ergebnis als Rückenwind kamen wir dann am 10.03. in Bendorf an. Die 16 qualifizierten Teams aus den Bezirken Rheinhessen, Pfalz, Trier und Koblenz spielten in einem siebenrundigen Turnier im Schweizer System den rheinland-pfälzischen Schulschachmeister der Grundschulen aus. Selbstverständlich ging es für viele auch um einen der begehrten ersten vier Plätze, die zur Qualifikation zur deutschen Schulschachmeisterschaft berechtigten. Nachdem wir im letzten Schuljahr mit einem halben Punkt hinter dem 4. Platz auf Platz fünf gelandet waren, wurde in diesem Schuljahr auf einen Platz unter den ersten vier gehofft.

Nach einer langen Krankheitswelle konnte unser erstes Team in Bestbesetzung antreten.

Unser zweites Team musste auf einen ihrer stärksten Spieler krankheitsbedingt verzichten. Somit hofften wir, dass unser zweites Team in diesem starken Teilnehmerfeld nicht gänzlich untergehen würde – jeder Punkt wäre ein Erfolg. In der ersten Runde erwartete unser Team 2 mit der Grundschule Altrip den dritten der pfälzischen Meisterschaft. Nach vier spannenden Spielen gelang unserem Team ein gutes 2:2 unentschieden. In der zweiten Runde gegen die Pestalozzi Schule aus Kaiserslautern gelang unserem Team ein nie gefährdeter 3:1 Sieg. Mit der Theodor-Heuss-Schule aus Ingelheim erwartete unser Team nun ein Gegner gespickt mit vier Vereinsspielern, wovon drei eine DWZ hatten. Unser Team spielte sehr gut und es wurden unerwartet Punkte an einzelnen Brettern eingefahren. Am Ende verloren wir jedoch denkbar knapp mit 1,5:2,5 Punkten. Die vierte Runde bescherte uns die Ernst-Reuter-Schule aus der Pfalz als Gegner und somit durften wir gegen den amtierenden pfälzischen Schulschachmeister antreten. Diese schienen von der Spielstärke unseres 2. Teams doch etwas überrascht zu sein und wir konnten einen nie gefährdeten 3:1 Sieg verbuchen. In der fünften Runde hatten wir wieder kein Losglück und mussten gegen unser erstes Team antreten. Diese Konstellation ist immer sehr unglücklich, da sich die Kinder gut kennen und die Konzentration und Ernsthaftigkeit zu wünschen übrig lässt. Am Ende stand es 1,5:2,5 für unser erstes Team. Zwei Runden vor Schluss hatte nun sogar unser zweites Team noch die Möglichkeit unter die ersten vier zu kommen. Dafür mussten zwei Siege her oder ein hoher Sieg und ein Unentschieden. Im vorletzten Spiel gegen die Grundschule aus Gödenroth gelang es uns nicht, die volle Stärke zu entfalten und so mussten wir uns mit einem gerechten 2:2 zufrieden geben. In der letzten Runde nun musste ein Sieg her, um die Möglichkeit zur Teilnahme an der deutschen Meisterschaft aufrecht zu erhalten, wobei wir schon auf Schützenhilfe angewiesen waren. Mit der Grundschule aus Bendorf stand uns eine Mannschaft gegenüber, die an den ersten beiden Brettern sehr stark besetzt war und auch wenn unsere Schüler noch aufopferungsvoll kämpften, so mussten wir doch eingestehen, dass das 1:3 völlig in Ordnung ging. Am Ende des Turniers wurde unser 2. Team mit der Aufstellung Nick Müller, Pauline König, Phillip Weinfurtner und Kolja Schmaus neunter und erreichte damit einen guten Platz im Mittelfeld. Alle haben ein wirklich gutes Turnier gespielt.

Und unser erstes Team? In der ersten Runde bescherte uns das Los die Ernst-Reuter-Schule aus Ludwigshafen als Gegner. Eine für uns unbekannte Mannschaft, die sich im Bezirk Pfalz als Pfalzmeister durchgesetzt hatte. Nach vier Spielen konnten wir einen klaren 3:1 Sieg verbuchen. In der zweiten Runde erwartete uns mit der Grundschule aus Lahnstein der zweite Bezirksmeister. Die Meistermannschaft aus dem Bezirk Koblenz war schon ein etwas stärkerer Gegner. An Tisch eins spielte mit David Meuer ein Spieler der U12 mit einer DWZ jenseits der 1300. Also mussten wir vor allem an den hinteren Tischen punkten, wenn wir mithalten wollten. An Tisch eins stellte David Meuer nach kurzer Zeit eine Figur ein und wir hofften schon auf einen Sieg, doch da zeigte sich wiederum die Erfahrung und wir mussten die Partie verloren geben. An den anderen Tischen ging es lange hoch her, doch kurz vor Ende der Runde zeigte es sich, dass wir an allen drei Brettern auf Sieg standen und dies dann auch bis zum Ende durchhielten. Wieder ein 3:1. Nach zwei Runden waren nur zwei Teams ungeschlagen und somit war es klar, dass wir gegen den Bezirksmeister aus Trier der Grundschule Idarbachtal antreten mussten. Die Idarbachtaler mit sehr starken Spielern bestückt, wie zum Beispiel Brett 1 mit 1115 DWZ, Brett 2 mit 947 DWZ und Brett 3 mit 1006 DWZ waren haushoher Favorit auf den Turniersieg. Alle vier Spieler waren vor dem Beginn der Partien nervös, jedoch auch hochmotiviert, ihren starken Gegnern Paroli zu bieten. Neo spielte an Brett 3 schnell einen souveränen Sieg heraus und wir gingen 1:0 in Führung. An den anderen Brettern entwickelten sich spannende Spiele auf hohem Niveau. Bald war klar, dass Angelique an Brett 4 auch gewinnen würde und wir zumindest das Unentschieden gesichert hatten. Nach einigen Minuten meldete sich Ferdi an Brett 1. Er hatte seinen Gegner matt gesetzt und wir lagen 3:0 in Führung. Victor stand an Brett 2 zum Schluss mit dem König und zwei Bauern gegen zwei Bauern und Springer, spielte das Spiel jedoch sehr clever zu Ende und erreichte ein Remis aus gezwungener Pattstellung. Am Ende siegten wir unerwartet jedoch verdient mit 3,5:0,5. In der vierten Runde spielten wir dann gegen die Grundschule aus Oppenheim. Am Ende stand ein klarer und nie gefährdeter 3:1 Sieg zu Buche. Wer nun gedacht hatte, die restlichen Partien wären ein Spaziergang, hatte sich getäuscht. Zwar gab es zunächst einen knappen Sieg gegen unser zweites Team, doch in der vorletzten Runde gegen die Theodor-Heuss-Schule Ingelheim gestaltete sich das Spiel zunächst anders als von allen erwartet. Nach nur 30 Sekunden gingen unsere Ingelheimer Kollegen in Führung. Bald darauf glichen wir aus. Neo stand an Tisch drei klar auf Verlust. Sein Gegner hatte einen Turmvorsprung. An Tisch eins stand die Partie ausgeglichen. Plötzlich wurde Ferdi an Tisch eins das Remis angeboten. Er dachte, Neo würde besser stehen und willigte ein. Jetzt schien es, als ob wir doch noch kurz vor Schluss eine Partie verlieren würden und damit wahrscheinlich auch die Meisterschaft. Unerwartet konnte Neo den Turm durch einen Fehler des Gegners zurückgewinnen. Bei einigermaßen ausgeglichener Stellung bot der Gegner Remis und Neo willigte ein. Ein hart umkämpftes und zuletzt auch etwas glückliches 2:2 war der Endstand. In der letzten Runde benötigten wir einen Sieg und die Meisterschaft wäre uns nicht mehr zu nehmen. Der Grundschule aus Zemmer-Rodt, immerhin Vizemeister aus dem Bezirk Trier, ließen wir erstarkt zu erneuter Bestform mit einem klaren 4:0 keine Chance.

Damit war es dann auch amtlich. Wir waren zum ersten Mal rheinland-pfälzischer Schulschachmeister und haben nun die Möglichkeit, uns bei der deutschen Meisterschaft Anfang Mai in Friedrichroda mit den besten Teams aus ganz Deutschland zu messen. Das erfolgreiche Team: Ferdinand Heintz, Victor Eckstein, Neo Breider und Angelique Albrecht.

Alle Ergebnisse finden Sie auch hier: