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Verfasst am: 27.03.2016

Mittwoch, 23. März 2016 | Rhein Main Presse

INGELHEIM. Die Insolvenz ist abgewendet. Die Bilinguale Montessorischule (BMS) ist gerettet. Es gibt eine Zukunft am neuen Standort Ingelheim. Nicht nur der Trägerverein, auch die Eltern, Lehrer und allen voran die Schülerinnen und Schüler dürfen aufatmen.

Wie berichtet, wurde im Januar öffentlich, dass die BMS massive finanzielle Probleme hat, auch deshalb, weil die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zu viel gezahlten Personalzuschuss zurückforderte. Die Schieflage entstand zudem, weil der Trägerverein diverse Kosten für den Schulneubau in Ingelheim stemmen, Zinsen für die Vorfinanzierung zahlen und die Miete für das aktuelle Schulgebäude in Uhlerborn aufbringen muss. Die Folge: Ein Baustopp in der Carolinenstraße, wo die neue Schule bereits im Rohbau steht. Doch das ist nun Schnee von gestern. „Nach Ostern wird hier wieder gearbeitet. Und in den Herbstferien ziehen wir um“, sagt Benedikt Schmaus, Vorsitzender des Trägervereins der BMS.

Zum Hintergrund: Zehn Millionen Euro kostet die neue Schule, mit acht Millionen bezuschusst das Land das Projekt. Zwei Millionen Euro muss der Trägerverein finanzieren. Die Bürgschaft für diese Summe, die Grundvoraussetzung der Bank für die Gewährung des Darlehens, wird die Stadt Ingelheim übernehmen. Denn die ADD hat dieser städtischen Bürgschaft mittlerweile zugestimmt, was Bürgermeisterin Eveline Breyer gestern auf AZ-Anfrage bestätigte.

Der Businessplan des Trägervereins überzeugte nicht nur das Land. Auch die Mainzer Volks- bank, die, wie bereits berichtet, auch den Neubau finanziert, räumt dem Trägerverein laut Schmaus nun dauerhaft einen Dispo-Kredit in Höhe von 200 000 Euro ein. Doch das reicht nicht, um die Schule nachhaltig finanziell abzusichern. Für rund 300 000 Euro bürgen Eltern, ein Modell, das auch schon bei der Gründung der Montessorischule griff. Schmaus: „Viele Eltern machen mit, weil sie fest an die Zukunft der Schule glauben. Das ist eine schöne Erfahrung.“

Großer Einsatz

Dass der erste Info-Abend im März so erfolgreich war, stimmt Lutz Diemer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, zudem mehr als optimistisch: „Über 80 Interessierte wollten mehr über unsere Schule wissen. Das pädagogische Konzept ist gefragt.“ Auch erste Anmeldungen liegen vor, „wir haben genug Schüler für das neue Schuljahr“, ist Schmaus zufrieden. Zurzeit läuft die Bewerbung für die neue Leitung der Schule, an geeigneten Kandidaten für diese Stelle mangele es nicht.

Dabei richtet sich der Fokus auf eine Qualifikation im kaufmännischen Bereich, auf Bewerber, die auch Erfahrungen im Schul-Controlling mitbringen. „Wir werden dann keine Geschäftsführung, sondern eine kaufmännische Leitung haben“, unterstreicht Schmaus.

Unterm Strich hat sich der ho- he ehrenamtliche Einsatz der ge- samten Schulgemeinschaft gelohnt. Ende Januar war Diemer überzeugt: „Wir schaffen das.“ Er hat Recht behalten. „Mit dem Ausblick, noch dieses Jahr in unseren Neubau ziehen zu können, sind wir mehr denn je da- von überzeugt, die richtigen Schritte gewählt zu haben. Es hat sich gelohnt, den Erhalt der Schule nachhaltig zu sichern – auch wenn es ein gerüttelt Maß an Arbeit mit sich gebracht hat.“