Occupation zum Thema "Nachhaltigkeit"

Die Wochen von Mitte Januar bis Anfang Februar 2019 stehen für die gesamte Sekundarstufe unter dem Generalthema „Nachhaltigkeit“. Die Jugendlichen steigen in eine intensive Phase der physischen und akademischen Bearbeitung des Themas in Form einer „Occupation“ ein.  Diese "Occupation" findet sowohl am schulischen Lernort in Ingelheim als auch am außerschulischen Lernort auf der Montessori Farm statt.

Maria Montessori beobachtete, dass Jugendliche einen starken Wunsch nach zielgerichteter Arbeit haben, die von der Gemeinschaft als legitim und wertvoll erachtet wird. Sie streben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit und sind bestrebt, sich an wirtschaftlichen Prozessen "production & exchange" zu beteiligen, die der menschlichen Gesellschaftsordnung zugrunde liegen. Ihre Sensibilität ist auf Gerechtigkeit, Menschenwürde, soziale und gesellschaftliche Prozesse, wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Verantwortung gerichtet. Die pädagogische Arbeit dieser sogenannten dritten Entwicklungsstufe steht unter dem Leitgedanken „Hilf mir, meinen Platz in der Gesellschaft zu finden.“ Die "Occupation" ist dabei eine Studie zur Vorbereitung auf das Leben als Erwachsener und zielt auf einen interdisziplinären, vernetzten Erwerb von Wissen und Fertigkeiten.

Folgende Themenkomplexe zum Thema Nachhaltigkeit werden bearbeitet:  

Ernährung: ohne Massentierhaltung und Lebensmittelindustrie?
Gesunde Ernährung – Gefahren der Massenproduktion – Veganismus – Vegetarische Kost. 
Besuch eines Selbstversorgerhofes in der Region.

Entwicklung eines Gastro-Event-Konzeptes zum Thema Nachhaltigkeit
Organisation von Koch-Events mit eigenem Gemüse und Obst aus dem Garten. 
Exkursion zum Weber-Grill-Shop nach Gründau.
Probekochen – Entwicklung von Flyern – Orga der Events in der Erntezeit.
Recherche: welche Bestimmungen gelten? Gesundheitsamt? Veterinäramt?

Upcycling: Bau einer Terrasse aus Palletten und Holzresten
Berechnung und Planung – Bau und Durchführung.

Müll: Eine Woche ohne Plastikkonsum leben – ist das möglich?
Entwicklung eines Müllkonzeptes für die Farm in Aulendiebach.
Organisation und Dokumentation eines Pilotprojektes: „Eine Woche ohne Plastik“.
Schreiben einer Reportage oder eines Erlebnisberichtes, der veröffentlicht wird. 
Senken von Müllkosten, Kompostierung.

Energie und Wasser: Entwicklung eines Energiesparkonzeptes für die Farm
Nachhaltiger Umgang mit Strom und Wasser/ Heizkonzept der Farm: Pallets, Solartechnik und Holzofen.
Was kostet die Energie?

Extensive (subsistenzorientierte) Landwirtschaft und Tierhaltung
Nutzung von eigenen Schafen und Hühnern: Eier, Wolle, Milch, Fleisch/ Biologische Apfelsaftproduktion / Permakultur im Garten: nachhaltig landwirtschaftlich produzieren.

Soziale Nachhaltigkeit
Partizipation und Toleranz in der Gesellschaft– soziale Infrastruktur - Friedensforschung.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
Organisation der regelmäßigen Teilnahme am Wochenmarkt Büdingen.
Aufbau einer Produktpalette – Marktstand bauen - Aufbau eines wirtschaftlich nachhaltig arbeitenden Unternehmens (Schülerfirma/Schülergenossenschaft).

Die Biene als Botschafter für nachhaltiges Handeln
Planung und Aufbau von Bienenhaltung auf unserer Apfelkoppel.
Finanzierung, Business-Plan, Anschaffung eines Bienen-Volkes – ökologisches Imkern.