Designmethodik, Produktdesign und nun auch „Mutmacher“ - Einblick(e) in die Arbeit eines Experten

 

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Seit Beginn des Jahres 2024 steht uns ein weiterer Experte - konkret für die Arbeit mit den Jahrgangsstufen 4-6 in Architektonischer Illustration - mit seiner Erfahrung und Expertise in Designmethodik, Design Thinking, Bionisches Design und Produktdesign zur Seite.

Wie bist Du zu uns gekommen?

Durch einen Zufall entstanden, hätte ich niemals erwarten können, wie sinnstiftend diese wunderschöne Zusammenarbeit werden würde. Denn als selbständiger Gestalter und Berater im Designsektor mit einigen tollen Jahren an Berufserfahrung und mehreren, aktiven Großprojekten im In- und Ausland, waren Einsätze mit Schulkindern zunächst nicht unbedingt naheliegend für mich. In den letzten zwei Jahren ist diese Ergänzung zu meiner Selbständigkeit zu einer echten Herzensangelegenheit von mir geworden. Und auch ich habe dabei viel gelernt.

Und was ist Deine Aufgabe bei uns?

Natürlich unterstütze ich die Kinder dabei, ihre zeichnerischen und kreativen Fähigkeiten zu entwickeln und verborgene Talente zu entdecken. Auch diene ich ihnen mit meiner Erfahrung und - insbesondere bei den höheren Klassenstufen - bei spannenden, berufsbezogenen und -vorbereitenden Fragen aus dem Kreativsektor. Der deutlich schwerere, aber auch wichtigere und verantwortungsvollere Teil meiner Einsätze ist jedoch ein ganz anderer. Der Teil, der alles an Erfahrung und Expertise von mir abverlangt. Sowohl mein Bachelor, Master, die zahlreichen Weiterbildungen und natürlich meine jahrelange Berufserfahrung muss ich voll ausschöpfen, um diese tollen und kreativen Kinder beim Umgang mit Selbstzweifel und Unsicherheit zu unterstützen. In Zeiten von TikTok, KI und scheinbar perfekten Vorbildern gehen diese nämlich weit über das Zeichnen oder das Kreative hinaus. Ich bin da, um ihnen Werkzeuge gegen diese Zweifel zu geben und ihnen durch das Zeichnen Mut zu machen.

Hast Du eine Strategie bei Deiner Experten-Arbeit?

Um Kinder dabei auf Augenhöhe zu begegnen und Vertrauen aufzubauen, zeige ich eigene Arbeiten und bringe originale Skizzenbücher von mir mit. Damit zeige ich ihnen auch meine Fehler und Lernprozesse der letzten 18 Jahre. So sehen sie, dass meine Rückmeldungen und Komplimente fundiert sind, und dass auch jemand, der bis 18/19 nicht zeichnen konnte, mit Übung gut werden kann – und dass sie mit 9, 10 oder 11 Jahren oft schon weiter sind, als ich es damals war. Ein bloßes „Das sieht gut aus!“ reicht dann oft nicht aus – entscheidend ist, warum genau etwas gut gezeichnet wurde. Da jedes Kind andere Interessen hat, greife ich auf meine gesamte fachliche Erfahrung zurück: Bei Zeichnungen von Menschen und Tieren auf Anatomie und Biomechanik, um z. B. mithilfe von Funktionsskizzen zu erklären, warum ein Buckel beim Pferd genau dort richtig erkannt und wiedergegeben wurde. Ich möchte, dass sie das Gesehene auch verstehen.

Wie verbindest Du Montessori-Pädagogik mit Deiner Fachkompetenz?

Gerade bei Kindern, die sich kaum trauen anzufangen, greife ich auf einfach umsetzbare Visualisierungstechniken aus meiner Illustrationsarbeit zurück, passe sie dem jeweiligen Kind und dessen Art des Lernens an, um schnelle Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Diese dienen dem Kind dann oft als Motivationshilfe für die weiteren Schritte.
Jedoch auch bei Fehlern und Schwierigkeiten, kann ich ihnen unter die Arme greifen und aus meinen Skizzenbüchern genau die gleichen Probleme von mir von vor 10-15 Jahren zeigen. So öffnen sie sich mehr für meine Tipps und Verbesserungsvorschläge und ich kann sie bis zu dem Moment begleiten, wo sie sich selbst wieder auffangen und weiter motivieren können. Oder eventuell sogar eine Komfortzone verlassen, und sich Neues zutrauen.

Möchtest Du uns noch etwas sagen?

Eine Schülerin aus der Titania hat mich letztes Jahr nach etwas Nachdenken als "Der Mutmacher" bezeichnet. Seitdem trage ich diesen Titel mit Stolz und denke oft an die BMS Ingelheim, wenn ich zu meinen Kunden fahre….. Und wenn Kinder am Ende nicht nur besser zeichnen, sondern mit mehr Selbstvertrauen und Stolz auf sich selbst nach Hause gehen, ist das zutiefst sinnstiftend für mich.